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Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Herstellung einer stabilen Außenschale für eine Silikonform

Pubblicato il 17 Okt. 2025

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Was ist die Außenschale (und warum sie wichtig ist)

Die Außenschale (auch Mutterform oder Stützform genannt) ist eine starre Hülle, die die weiche Silikonform stabilisiert.
Ohne diese Stützform kann das Silikon seine Form verlieren, wodurch das gegossene Objekt verzogen oder ungleichmäßig dick werden kann.

Zwei Hauptmethoden — Welche ist die richtige?

1) Harz + Glasfaser (empfohlen)

  • Vorteile: leicht, sehr stabil, langlebig, präzise.
  • Nachteile: etwas teurer, erfordert gute Belüftung und Schutzkleidung.

2) Gips + Mullbinde (kostengünstig)

  • Vorteile: preiswert, leicht zu beschaffen, einfach anzuwenden.
  • Nachteile: schwerer, brüchiger, feuchtigkeitsempfindlich, weniger präzise bei feinen Details.

Kurz gesagt: Für größere oder professionelle Projekte → Harz + Glasfaser. Für kleine oder schnelle Tests → Gips + Mullbinde.

Benötigtes Material

Für beide Methoden

  • Deine bereits hergestellte Silikonform
  • Trennmittel (Vaseline, PVA-Spray oder stark verdünnte, getrocknete Neutralseife)
  • Marker oder Bleistift
  • Malerklebeband
  • Schere oder Cutter
  • Handschuhe, Atemschutzmaske, Schutzbrille
  • Kunststofffolie oder Plane zum Schutz des Arbeitstisches

Für Harz + Glasfaser

  • Harz (Polyester oder Epoxid)
  • Härter/Katalysator (nach Herstellerangaben)
  • Glasfasermatte oder Gewebe (225–300 g/m²)
  • Günstige Pinsel oder Spachtel

Für Gips + Mullbinde

  • Modellgips
  • Mullbinden oder Gipsbinden
  • Schüssel und Wasser (Raumtemperatur)

Vor dem Start: Die Formteilung planen

Eine Außenschale wird fast immer in zwei oder mehr Teilen hergestellt, damit sie sich leicht öffnen lässt und das Silikon nicht „eingeschlossen” wird.

  1. Betrachte das Objekt und bestimme die Trennlinie (ähnlich einem Äquator).
    • Bei symmetrischen Objekten (z. B. Büste, Vase) reichen meist zwei Teile (Vorder-/Rückseite).
    • Bei komplexen Formen mit Hinterschneidungen können drei oder mehr Teile nötig sein.
  2. Zeichne die Trennlinie mit einem Marker auf das Silikon.
  3. Flansch vorbereiten:
    • Entlang der Linie einen kleinen „Wall” aus Klebeband, Karton oder Knetmasse aufbauen (1,5–2 cm hoch).
    • Empfohlene Höhe: 1,5–2 cm.
    • Diese Flansch dient später als Verbindungsrand zwischen den Schalenhälften.
  4. Passnoppen (Registrierschlüssel) erstellen:
    • Mit dem Finger oder dem Ende eines Pinsels kleine Vertiefungen alle 6–10 cm eindrücken — nur auf einer Seite.
    • Beim zweiten Teil dienen diese Vertiefungen als Positionierpunkte.

Grundregel: Zuerst eine Seite vollständig aufbauen und aushärten lassen, dann den Flansch entfernen und die andere Seite mit Hilfe der Passnoppen anpassen.

Profi-Tipp: Zwischen die Schichten aus Glasfaser oder Mull können kleine Metallplatten eingelegt werden.
Dadurch wird die Struktur deutlich stabiler und behält ihre Form auch bei großen oder schweren Abgüssen.

Methode A — Harz + Glasfaser-Schale (Schritt-für-Schritt)

1) Schützen und isolieren

  • Arbeitsfläche mit Folie abdecken.
  • Eine dünne, gleichmäßige Schicht Trennmittel auf Silikon und Flansch auftragen.

2) Harz vorbereiten

  • Harz und Härter exakt nach Herstellerangaben mischen.
  • 1–2 Minuten langsam umrühren, um Luftblasen zu vermeiden.

3) Erste Hälfte der Schale

  • Eine dünne Harzschicht mit dem Pinsel auftragen.
  • Zugeschnittene Glasfaserstreifen auflegen und mit Harz tränken.
  • 2–3 Schichten insgesamt, die Faserrichtungen kreuzen.
  • Kanten und Flansch mit zusätzlichen Streifen verstärken.
  • Enddicke erste Seite: ca. 2–3 mm (bis 4 mm bei großen Formen).

4) Aushärten

  • Trocknen lassen, bis die Oberfläche hart ist (30–90 Min. bei Polyester; länger bei Epoxidharz).

5) Zweite Hälfte vorbereiten

  • Flansch entfernen – die Passnoppen bleiben im ersten Teil erhalten.
  • Trennmittel auf die Kontaktflächen (erste Schale + Silikon) auftragen.

6) Zweite Hälfte herstellen

  • Wie in Schritt 3 auf der anderen Seite wiederholen.
  • Die Passnoppen sorgen für exakte Ausrichtung.
  • Gleiche Dicke und Schichtzahl wie zuvor.

7) Nachbearbeitung

  • Nach vollständigem Aushärten scharfe Kanten abschneiden.
  • Mit Marker beschriften: „Seite A”, „Seite B”, „Oben”, „Unten”.

Materialverbrauch: Für ca. 1 m² Fläche: 0,6–1,0 kg Harz + 1–2 m² Glasfasergewebe (2–3 Schichten).

Methode B — Gips + Mullbinde-Schale (Schritt-für-Schritt)

1) Schützen und isolieren

  • Arbeitsfläche abdecken.
  • Trennmittel auf Silikon und Flansch auftragen.

2) Binden vorbereiten

  • Mullbinden in 20–30 cm lange Stücke schneiden.
  • Gips anrühren (Konsistenz wie dicker Joghurt).

3) Erste Hälfte der Schale

  • Binden in den Gips tauchen, leicht ausdrücken.
  • Streifen überlappend auflegen.
  • 3–5 Schichten aufbauen, besonders an Rändern und Flansch verstärken.
  • Mit nassen Fingern glätten.

4) Trocknen lassen

  • Mindestens 6–12 Stunden (besser 24 h bei dicker Schicht).

5) Zweite Hälfte

  • Flansch entfernen.
  • Trennmittel auf die Kontaktbereiche auftragen.
  • Den gleichen Aufbau auf der Gegenseite wiederholen; bei Bedarf Passnoppen aus kleinen Erhöhungen oder Vertiefungen formen, solange der erste Teil noch leicht feucht ist.

6) Nachbearbeitung

  • Kanten abrunden, Seiten beschriften.
  • Trocken lagern – Gips ist feuchtigkeitsempfindlich.

Öffnen und Schließen der Schale (ohne Beschädigung)

  1. Wenn beide Hälften ausgehärtet sind, eine dünne Spachtel entlang der Naht einführen.
  2. Nie an einem Punkt hebeln – gleichmäßig rundum arbeiten.
  3. Zum Schließen die Passnoppen ausrichten – die Hälften rasten automatisch ein.
  4. Mit Klemmen oder Spanngurten fixieren.

Praktische Tipps zur Fehlervermeidung

  • Immer Trennmittel zwischen Silikon und Schale sowie zwischen den Schalenhälften auftragen.
  • Glatter Flansch: keine Löcher oder unregelmäßigen Kanten.
  • Gleichmäßige Dicke: lieber 2–3 saubere Schichten als eine dicke mit Lufteinschlüssen.
  • Passnoppen alle 6–10 cm.
  • Richtungsmarkierungen: Pfeile und Beschriftungen („oben”, „vorn”, „A/B”) vermeiden Verwechslungen.
  • Sicherheit: Handschuhe, Maske, gute Belüftung (vor allem bei Harz).
  • Trockentest: Vor dem Gießen die Schale einmal öffnen/schließen, um den Sitz zu prüfen.

Häufige Fragen (FAQ)

Welches Harz sollte ich verwenden?

  • Polyesterharz: günstig, schnell aushärtend.
  • Epoxidharz: weniger Geruch, längere Verarbeitungszeit, teurer. Beide funktionieren gut.

Wie viele Schichten Glasfaser?

  • In der Regel 2–3 Schichten (in belasteten Bereichen bis zu 4).

Kann man eine Schale in 3 Teilen herstellen?

  • Ja, bei komplexen Formen: zwei Trennlinien und separate Flansche planen.

Kann man die Methoden kombinieren?

  • Ja: zum Beispiel eine Basis aus Gips/Mull und eine letzte Verstärkungsschicht aus Harz + Glasfaser.

Ein kleiner Profi-Tipp

@tibfromearth 🎬 “Heute zeige ich dir, wie man Trennebenen für deine Skulptur erstellt. Sie helfen, die Schale zu teilen und das Entformen zu erleichtern. Ich benutze Kunststoffleisten wie Placoplat (erhältlich bei Leroy Merlin). Ich schneide und verbinde sie, dann gieße ich Silikon hinein, um stabile Ränder zu bilden. Je dicker sie sind, desto steifer werden sie – und je steifer, desto kürzer müssen sie sein, um Kurven zu folgen. Zum Befestigen verwende ich thixotropes Silikon: es tropft nicht, haftet gut und lässt sich wie Mayonnaise verstreichen!”

Vor dem Bau der starren Schale fügen viele Profis Silikonrippen entlang der Form hinzu.
Diese „Verstärkungen” stabilisieren die weichen Wände, erhalten die Form und erleichtern das perfekte Schließen der Außenschale.

Sie sind einfach herzustellen: 1–2 cm dicke Silikonstreifen auf die breiten Flächen oder Kanten auftragen, solange das Silikon noch leicht klebrig ist.
Nach dem Aushärten bilden sie eine stabile Stützstruktur, die Verformungen während des Harzgusses verhindert.

Dieser kleine Trick macht bei großen oder komplexen Projekten einen großen Unterschied!

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