Ein alter Baumstamm wird mit Epoxidharz und fluoreszierendem Pigment zu einem einzigartigen Möbelstück, indem Risse und Löcher mit einer selbstnivellierenden Schicht gefüllt werden. Bei rund 2,0 kg Harz pro Quadratmeter entsteht eine Schichtdicke von mindestens 1,5 mm mit Spiegeleffekt. Diese Seite zeigt Schritt für Schritt, wie man die Oberfläche versiegelt, das Harz richtig gießt, Luftblasen entfernt und die passende Pigmentmenge findet.
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Ein alter Baumstamm bekommt mit Epoxidharz und fluoreszierendem Pigment ein völlig neues Leben. Aus einem unscheinbaren Stück Holz wird ein moderner, einzigartiger Blickfang für Wohnzimmer oder Terrasse. Wer noch nie mit Epoxidharz und fluoreszierendem Pigment gearbeitet hat, findet hier eine kleine Anleitung mit praktischen Tipps.
Epoxidharz erzeugt einen glänzenden, fast nassen Effekt auf der Oberfläche. In Kombination mit fluoreszierendem Pigment werden die natürlichen Unregelmäßigkeiten des Holzes betont, statt kaschiert – das Ergebnis wirkt modern und individuell.
Das Harz vorbereiten
Wir empfehlen, mit 200–250 g Harz pro Quadratmeter Tischfläche zu rechnen. Mischen Sie die Komponenten sorgfältig nach den Angaben auf der Verpackung. Sobald das Harz gut vermischt ist, lassen Sie es etwa 5 Minuten ruhen, damit beim Mischen entstandene Luftblasen aufsteigen können.
Wo fängt man an?
Der erste Schritt ist das Versiegeln der Holzoberfläche mit einem Pinsel. So werden alle Löcher und kleinen Fehlstellen geschlossen, damit das Harz beim eigentlichen Gießen nicht durch offene Risse abläuft. Bei größeren Rissen oder Löchern sollte die Unterseite vorher mit Klebeband abgedichtet werden. Nach etwa einem halben Tag ist das Harz fest genug für den zweiten Arbeitsschritt.
Wie wird das Harz auf den Stamm aufgetragen?
Das Gießen beginnt am besten in der Mitte des Stamms, zum Beispiel mit einem Kunststoffkrug mit Ausgießer. Da die Ränder eines Baumstamms meist unregelmäßig sind, sollte das Harz langsam und gleichmäßig verteilt werden. So entsteht leichter der gewünschte Spiegeleffekt.
Die Ränder sind der schwierigste Teil. Legen Sie Pappe oder Folie (am besten beides) unter das Werkstück, gießen Sie das Harz vorsichtig genau an die Kante und führen Sie den Gießstrahl entlang des gesamten Umfangs. Mit einem Pinsel verteilen Sie anschließend zügig die herablaufenden Fäden, damit die Holzfaser an den Seiten gleichmäßig durchtränkt wird.
Danach kontrollieren Sie die Oberfläche auf Luftblasen. Ein Heißluftfön (idealerweise ein industrieller) hilft, Blasen an der Oberfläche zum Platzen zu bringen. Sinkt das Harz an einzelnen Stellen ab, tragen Sie einfach etwas mehr nach und wiederholen Sie den Vorgang bei Bedarf. Nach 24 Stunden ist der Tisch fertig und die Beine können montiert werden.
Wie viel Harz wird benötigt?
Je nach Größe der zu füllenden Fehlstellen benötigen Sie etwa 2,0 kg Harz pro Quadratmeter, um eine Schichtdicke von mindestens 1,5 mm mit selbstnivellierendem, spiegelglattem Effekt zu erreichen.
Beispiel: Bei einem runden Stammquerschnitt von 60 x 60 cm ergibt sich eine Fläche von rund 0,3 m² (0,3 × 0,3 × 3,14). Multipliziert mit 2,0 kg ergibt das etwa 700 g Mischung aus Komponente A und B – hierfür eignet sich unser Mehrzweck-Epoxidharz.
Kalkulieren Sie lieber etwas mehr Harz ein, als am Ende 100 Gramm zu wenig zu haben – dann nivelliert sich die Oberfläche nicht richtig. Betrachten Sie die zusätzliche Menge als Investition: Sie können damit 2–3 Testläufe machen, um die gewünschte Pigmentkonzentration zu finden. Das führt direkt zur nächsten Frage.
Wie viel fluoreszierendes oder phosphoreszierendes Pulver kaufen?
Das hängt von der Größe der zu füllenden Löcher ab. Das fluoreszierende Pigment ist sehr ergiebig, daher genügt eine Menge von etwa 20 %. Für 1 kg Harz benötigen Sie also rund 200 g Pigment. Ein Spartipp bei großen Löchern: Füllen Sie diese zunächst mit transparentem Harz und geben Sie erst in den letzten Millimetern das pigmentierte Harz hinzu.
Vor dem eigentlichen Guss empfehlen wir einen kleinen Test im Plastikbecher, bis der gewünschte Fluoreszenzeffekt erreicht ist. Beispiel: 15 g Epoxidkomponente plus 3 g fluoreszierendes Pigmentpulver. Nach dem Aushärten und Sonnenlicht-Test sehen Sie, wie das Ergebnis wirkt. Sind Sie nicht zufrieden, probieren Sie es erneut mit 15 g Harz plus 5 g Pigment, bis die gewünschte Leuchtkraft erreicht ist.
Goldene Regel: Ohne viel Erfahrung mit Epoxidharz sollten Sie nicht direkt auf einem wertvollen Olivenholz-Stamm oder anderen kostbaren Holzschnitten arbeiten. Machen Sie zunächst einen Test auf einem kleinen Holzbrett, um ein Gefühl für das Material zu bekommen.
Diese kleinen technischen Hinweise sollen helfen, die häufigsten Stolpersteine bei dieser wunderschönen Arbeit zu vermeiden oder zumindest zu verringern. Lassen Sie sich nicht entmutigen, falls der erste Versuch nicht perfekt gelingt – mit jedem weiteren Durchgang wird das Ergebnis besser.
Eine schöne Idee: Glitzer oder Stücke aus buntem Glas in das Harz einarbeiten, um zusätzliche optische Akzente zu setzen.
Viel Erfolg bei Ihrem Projekt!
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